Freilandmuseum Kirchenburg Mönchsondheim

Das Kirche im Dorf Museum

Objekt des Monats

 

Objekt des Monats: Juni 2021

Juni 2021


Objekt: Tischdecke
Inventarnummer: 09-1158-2

Was hat der Zweite Weltkrieg mit Tischdecken und einem Hühnerstall zu tun?!

Wie es Anfang des 20. Jahrhunderts üblich war, gehörten mehrere Tischdecken zur Aussteuer von Else Rummel, geb. Beyhl aus Mönchsondheim. Ihre gestickten Initialen „E. B.“ auf der Tischdecke aus feinen Leinen weisen auf die Besitzerin hin.

Als 1945 amerikanische Soldaten und mit ihnen die Front immer näher an Mönchsondheim rückten, versteckte die Besitzerin ihre Wäsche, unter anderem die Tischdecken, über dem Hühnerstall. Die Lagerung hinterließ Stockflecken, die bis heute auf der Tischdecke zu sehen sind.

Wer noch mehr zum Kriegsende 1945 in Iphofen und der Hellmitzheimer Bucht wissen möchte, hat bis zum 12. September 2021 Gelegenheit unsere Sonderausstellung „1945 – Erinnerungen an das Kriegsende“ zu besuchen. Sobald es die aktuelle Situation zulässt, sollen Begleitveranstaltungen stattfinden – bitte informieren Sie sich auf unserer Homepage.

Tipp für Ihren Museumsbesuch

Wer noch mehr zum Kriegsende 1945 in Iphofen und der Hellmitzheimer Bucht wissen möchte, hat bis zum 12. September 2021 Gelegenheit unsere Sonderausstellung „1945 – Erinnerungen an das Kriegsende“ zu besuchen. Sobald es die aktuelle Situation zulässt, sollen Begleitveranstaltungen stattfinden – bitte informieren Sie sich auf unserer Homepage.

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Objekt des Monats: Mai 2021

Mai 2021


Patenlöffel in Schachtel
Inventarnummer: 20-040

Um 1915 schenkte Anna Beyhl aus Mönchsondheim diese Löffel ihrem Patenkind Irmgard Beyhl zur Taufe. Das mit türkisen Stoff ausgelegte und verzierte Kästchen unterstreicht den besonderen Anlass, zu dem die Löffel verschenkt wurden. Das Firmenschildchen in der linken oberen Ecke des Deckels gibt den Hinweis darauf, dass die Patin die Löffel in Kitzingen erwarb.

Es war üblich, dass die Paten zur Taufe dem Täufling etwas schenkten. Tauflöffel aus Gold oder Silber waren bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts besonders beliebt. Der Vater, die Hebamme oder ein Bote baten eine vorher sorgfältig ausgewählte Person das Patenamt für ein neugeborenes Kind zu übernehmen. Aufgabe der Paten war vor allem die Unterstützung der Eltern bei der christlichen Erziehung des Kindes. Eine große Verantwortung, die frühestens nach der Konfirmation übernommen werden durfte.

Tipp für Ihren Museumsbesuch 

Wer noch mehr zum religiösen Brauchtum im Verlauf eines Jahres, aber auch im Verlauf eines Menschenlebens erfahren möchte, sollte sich unsere Dauerausstellung „Die Kirche im Dorf – Feste und Gäste in Mönchsondheim“ im Mesnerhaus ansehen!



Objekt des Monats: April 2021Objekt des Monats: April 2021

April 2021 

 

Osterteller

Inventar-Nr. 20-002

Zu Ostern werden gerne Osterteller, gefüllt mit bunt gefärbten Ostereiern und weiteren Leckereien, an Verwandte und Freunde verschenkt. Der hier gezeigte Osterteller wurde zusammen mit Ostergras im Krämerladen Hassold in Mönchsondheim 2019 verkauft.

Ein so junges Objekt im Museum? Was ist daran Besonderes und warum ist es erhaltenswert?

Viele Mönchsondheimer Familien haben im Verlauf der Jahrzehnte nicht nur ihre Ostergaben im Krämerladen der Familie Hassold gekauft. Der Teller ist ein Beispiel für die Produkte, die dort verkauft wurden und aktuell noch werden. Er steht für einen grundlegenden Wandel auf dem Land: Mittlerweile sind in vielen Orten die kleinen Dorfläden geschlossen, der Einkauf vor Ort ist nicht mehr möglich.
Interessant ist der Teller aber auch aufgrund des dargestellten Bildes. In ein paar Jahrzehnten wird er Aufschluss über österliche Motive zu Beginn des 21. Jahrhunderts geben. 

Auf dem bunt bedruckten, eierförmigen Teller sind neben Ostereiern mehrere Hasen zu sehen. Der Hase gilt als Frühlingsbote und ist ein Fruchtbarkeitssymbol. Kindern wird erzählt, dass er zu Ostern die Ostereier bringt und sie versteckt. In vielen Kulturen ist das Ei ein Symbol für das Leben und die Fruchtbarkeit. Speziell im Christentum steht es für die Auferstehung Jesu Christi, die am Osterfest gefeiert wird. Wie es zu dieser Verbindung zwischen dem Hasen und dem Ei kam, lässt sich nicht mehr eindeutig nachvollziehen.

 

Tipps zum Osterfest

Sie möchten selbst Eier färben? Dann probieren Sie doch anstatt gekaufter Chemie-Farben einfach Naturmaterialien aus!
Eier werden zum Beispiel durch Rote Beete rot, gelb durch das Gewürz Kurkuma und grün durch Spinat.
Vermischen Sie zunächst Ihr „Färbemittel“ (z.B. klein geschnittene rote Beete) mit einem Liter Wasser, kochen Sie beides auf und lassen Sie das Ganze ziehen. Anschließend kommen die Eier ins Wasser. Die Eier verbleiben solange im Topf, bis sie die gewünschte Farbintensität haben.

Ostern ist vorbei und es sind noch eine Menge gekochte Eier übrig? Kein Problem! Gekochte Eier halten sich im Kühlschrank mindestens zwei Wochen. Im Internet gibt es viele tolle Rezepte, um die Eier lecker zu verwerten!
Die Eierschalen können Sie übrigens zu Kreide weiterverarbeiten oder sie als natürlichen Dünger und Schneckenschutz im Garten nutzen. Lassen Sie sich von den vielen Ideen im Internet inspirieren!

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·       Geolino: Ostereier natürlich färben

·       BR Mediathek: Freizeittipp Kirchenburgmuseum Mönchsondheim mit Krämerladen Hassold 

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Landesstelle für die nichtstaatlichen Mussen in Bayern
Bayerische Sparkassenstiftung